Traumhaft

Donnerstag, 10. August 2006

Ziemlich gruselig

Ich hoffe so sehr, dass das immer noch ein Zufall ist.
Vor zwei Tagen träumte ich wieder einmal sehr drastisch und realistisch. Ich war in einer großen Stadt unterwegs, viele Menschen in den Straßen, Sommerstimmung, bis auf einmal mein Nebenmann entsetzt nach oben zeigte und ich auf einen brennenden Wolkenkratzer blickte. "Es geht wieder los", sagte er und kalte Panik kroch in mir hoch. Es war ein Bild wie am 11. September.

Diesmal überlegte ich beim Aufwachen, ob das wieder etwas zu bedeuten habe und was dieser Traum soll. Er ging mir einige Stunden nach, dann vergaß ich ihn.

Plötzlich die Nachrichten heute - terroristischer Supergau in letzter Minute verhindert, Flugzeuge sollten in der Luft explodieren und auf Städte stürzen.

Ich klammere mich an die Fakten. Vielleicht einfach nur ein guter Instinkt für Zeitabstände. Und schließlich ist lange nichts mehr passiert in dieser Richtung.
Trotzdem könnte ich auf Träume dieser Art gut verzichten.

Samstag, 1. April 2006

Südliches Feuer

Ich wunderte mich ein wenig, als ich träumte, ich würde langsam aus einem süßen, entspannten Schlaf aufwachen und neben mir im Bett Rokko Kowalski aus "Verliebt in Berlin" liegen sehen, der mich mit seinen pechschwarzen Zigeuneraugen anguckte.
Ich wusste nicht recht, was ich mit ihm anfangen sollte, und angesichts dieser Ratlosigkeit wachte ich schließlich auf.
Eine kleine Recherche im Internet half mir bei der Entscheidung, was ich mit ihm machen soll, falls ich ihm im Traum noch einmal begegne.
Kowalski
Ich koche ihm eine heiße Milch mit Honig.

Montag, 6. März 2006

Richard Gere und ich

Heute Morgen war ich mal wieder erschöpft von dem, was mir nachts in meinem Träumen widerfahren war.
Beim Frühstück klabüserte ich in anstrengenden Monologen - Mammutjäger hörte artig zu und litt still - die Wirren dieser Träume auseinander und untersuchte sie auf Symbolik und Ursprung.
Ein Ursprung ist weitgehend geklärt. Im Traum ging ich eine Affäre mit meinem ehemaligen Chef ein - allerdings war er da noch mein Chef. Kompliziert? Oh, es wird noch wesentlich komplizierter. Obwohl diese Affäre schon fatal genug war. Denn auch im Traum gab es Mammutjäger, und vor allem gab es die Frau des Chefs. Und die hetzenden Kollegen. Und die Erkenntnis, dass ich jetzt ja nie mehr kündigen kann und schon gar nicht meinen eigenen Weg gehen... Außerdem fragte ich mich auch im Traum - wenn auch halbherzig - warum ich mich ausgerechnet von meinem Chef bezirzen lasse. Den mochte ich doch nie!
Nun, die Erklärung ist einfach: Er sah aus wie Richard Gere im Film "Die Braut, die sich nicht traut", den ich gestern Abend gesehen hatte, und das Fatale war: Er benahm sich auch so. Von meinem Chef hatte er lediglich Namen und Position; ansonsten: Richard. Charmant, Dackelblick, knackiges Hinterteil, reich und gut gekleidet. Ich war übrigens auch umwerfend in dem Traum. Wie so oft hatte ich Gegelenheit, hin und wieder die Perspektive zu wechseln und auf mich selbst zu schauen - und: Respekt. Elegant war ich, trug das Haar offen und zu dem schwarzen Rock hohe Riemchenschuhe; und als plötzlich all meine Klassenkameradinnen von früher auftauchten, wurde mir klar, wie viel besser und weiblicher und geschmeidiger ich doch aussehe als sie und wups, schmiss ich mich Richard an den Hals. Er war bezaubernd, das muss ich zugeben.
Doch dann kippte der Traum. Wir waren wegen unserer Affäre gefangen auf der Festung Ehrenbreitstein. Es regnete in Strömen, ich war klatschnass und hungrig und fror wie ein Schneider. Gut, dass Sascha von QVC in der Nähe Klamotten präsentierte, und so konnte ich mir heimlich ein paar der Rundumdehnbund-Hosen und extraweite T-shirts zusammensuchen, die meine Eleganz natürlich umgehend ruinierten. Aber Richard war immer noch verliebt in mich und das tröstete, zumal meine Haare nass und klamm am Kopf klebten. Ich verlor erst die Nerven, als ich aus versehen völlig abgestandenes und verdorbenes Wasser trank und zudem dringend mal Pipi musste. Auf der Suche nach einem Klo verwandelte sich Ehrenbreitstein in mein einstiges Gymnasium. Schon wieder!!! Dauernd muss ich zur Zeit nachts wieder zur Schule gehen... Ich fand aber nur Behinderten-, Jungs- und Lehrertoiletten. Weit und breit keine Mädchen-Toilette.
Dann wachte ich kurz auf, weil ich beim Zähneknirschen in meine Backe gebissen hatte. Aua.
Als ich wieder in den Traum zurück kehrte, hatte ich Ehrenbreitstein verlassen und hörte Nachrichten aus Koblenz, während ich mir überlegte, wie ich Richard wiedertreffe und das Mammutjäger erkläre. Doch die Schreckensbotschaft aus dem Radio lenkte mich ab: "Der Schlachter ist unterwegs nach Koblenz." An diesem Punkt stocken meine Erklärungsmodelle. Der Schlachter?? Wie, bitte, komme ich denn darauf? Hab ich da in der Morgensendung von Antenne Koblenz, die zu dieser Zeit schon dudelte, etwas falsch verstanden? Jedenfalls war der "Schlachter" ein mordender und metzelnder finsterer Reiter, der durch Städte zieht und die Leute zerhackt. Als ich im Traum fieberhaft überlegte, ob der Schlachter auch nach Neuwied kommt, schob sich mein Katerchen an mir vorbei. Oh Gott. In seinem Fell waren richtige Löcher, blutig, wie rausgeschlagen, aber immerhin lebte er noch... Und der Hund? Ich drehte mich um, und da lag er, zerhackt in drei saubere Stücke Shi-Tzu. Ich presste die vorderen zwei Stücke zusammen, als würden sie dann wieder aneinander wachsen, und tatsächlich tat er noch einen kurzen, röchelnden Atemzug, bevor das Blut nur so aus ihm herausquoll, warm und sprudelnd über meine Hände lief....
"Jetzt isses genug", unterbrach Mammutjäger mich bei dieser Schilderung. Ja, das hatte ich mir in dem Traum auch gedacht und bin aufgewacht. Wenige Sekunden später hätte der Schlachter mich ohnehin niedergestreckt.

Fassen wir also zusammen:
Ich bin eine völlig durchgeknallte, neurotische Kuh mit einer äußerst kranken Fantasie.

Und was habt ihr heute Nacht so erlebt...?

P.S. Aber Richard war wirklich niedlich!

Freitag, 24. Februar 2006

Heiratsantrag

Heute Nacht träumte ich, Mammutjäger habe mir einen Heiratsantrag ohne Antrag gemacht.
Wir waren in ein Haus gezogen. Allerdings war es nicht mal ansatzweise das, was wir suchen. Es war auch noch nicht fertig, so dass wir in der Waschküche nächtigen mussten. Einer kahlen, kalten, möbellosen Waschküche. Der Boden war uneben und feucht, es es drang kaum Licht hinein.
Eines Morgens, wir waren gerade von unserer unbequemen Pritsche aufgestanden, lief eine riesige, schwarze Ratte an unseren Füßen vorbei. "Oh, hier unten gibts Ratten", sagte Mammutjäger lakonisch, um sie dann am Schwanz zu nehmen und mit Schwung durchs Fenster nach draußen zu befördern. Als wäre diese Ratte das Zeichen gewesen, befahl er mir, mich nieder zu knien. In einer leisen Vorahnung, was dies bedeuten würde und gleichzeitig aufkeimender Enttäuschung, dass dies in einer schlecht geheizten, zugigen Waschküche geschehen würde, in einem Haus, das wir uns normalerweise nicht einmal anschauen würden, ließ ich mich artig auf meine Knie nieder. Dass eigentlich er hinknien müsse, nahm ich mal so hin. Aber siehe da, er tat es nun auch, und so knieten wir uns stumm gegenüber. Immer noch stumm zog er einen Ring aus der Hosentasche, der an Scheußlichkeit und Kitsch kaum zu übertreffen war. Eine eckige, billige Brillianten-Nachahmung hockte klobig auf einem viel zu großen Silberring und war zu allem Überfluss von ein paar blassrosa Federn umgeben, die bedeuten würden, dass ich meinen Verlobungsring vor jedem Hände waschen würde abnehmen müssen.
Mammutjäger sagte immer noch nichts, steckte mir aber den Ring an meinen kleinen (!) Finger. Ich wartete geduldig. Was war los? Warum bat er nicht um meine Hand? Warum nicht diese typischen Floskeln, "willst du meine Frau werden?", "möchtest du mich heiraten?", "Ich will mein Leben mit dir verbringen" bla bla blubb... Doch er schwieg und schwieg, schaute mich aber so stolz an, als habe er eben solche Worte gesagt.

Ein wenig ratlos wachte ich auf und war geradezu vergnügt, keinen Heiratsantrag von jenem Mann bekommen zu haben, an den ich mich nun wohlig herankuschelte.
So nicht, meine Herren!

Dienstag, 21. Februar 2006

Was für eine Nacht...

Schon seit mehreren Nächten wanderte ich gegen drei Uhr morgens vom Männerschlafzimmer ins Gästezimmer aus, weil Mammutjäger schnarchte und der Hund immer wieder seine nervösen Minuten hatte. Aber ich mag es nicht, nachts umzuziehen, weil mich Licht und Bewegung ungeheuer wach machen und Katerchen es prächtig zu nutzen weiß, wenn ich ihm gegenüber auf dem Bett liege (was ist der Kratzbaum doch für ein wunderbarer Sprungturm, um punktgenau auf dem Bauch von Frauchen zu landen...).
Heute Nacht schlief Mammutjäger still und leise, und auch der Hund war ruhig. Nur ich hörte jeden einzelnen Herzschlag, jeden Gedanken, jeden Atemzug. Registrierte zu deutlich, dass ich wieder nicht werde einschlafen können. Machte mich verrückt. Ärgerte mich darüber, dass ich mich verrückt machte. War irgendwann nicht nur hellwach, sondern auch stinkesauer.
Weil ich mich nur hin- und herwälzte und damit Mammutjäger in Mitleidenschaft zog, verlegte ich gegen vier Uhr erneut mein Lager ins Arbeitszimmer. Es half diesmal nicht. Auch hier: Wach oder unruhiger Halbschlaf. Ätzend.

Irgendwann in der Dämmerung packte mich dann doch ein kurzer Tiefschlaf, der offenbar alle Traumphasen einer normalen Nacht gebündelt hatte.
Hier nur ein Ausschnitt aus dem einen (!) Traum, der sich über Stunden hinzuziehen schien:

Meine Mutter wollte, dass ich noch einmal die Grundschule besuche. Das wäre gut für mich, sagte sie. Die komplette Schullaufbahn noch einmal. Und diesmal mit besseren Noten, ohne Schulangst, ohne "Spirenzchen". Ich hatte also meinen ersten Schultag und sofort Angst, keine Freundin zu finden, die sich neben mich setzen würde. Alleine zu sein und Außenseiter. Während meine Mutter mich zur Schule fuhr und ich mit Schultüte auf der Rückbank saß - ich musste mich ja benehmen wie eine Erstklässlerin -, smste ich meiner Freundin M., sie solle doch bitte mit mir zusammen in die Grundschule gehen und sich neben mich setzen.

Wir kamen natürlich zu spät an und ich nutzte diese Gelegenheit, mich bei meiner Mutter abzuseilen. In den folgenden Traumstunden verwandelte sich das Schulgebäude mehrfach: Von meiner Grundschule ins Gymnasium bis hin zu einer riesigen Jugendherberge und, als letzte Schlussteigerung, in ein gigantisches Kreuzfahrtschiff. Die meiste Zeit irrte ich in diesem Gebäude/Schiff herum, suchte Toiletten (die alle keine Türen hatten...), mein Zimmer (erfolglos) und meinen Klassensaal (ebenfalls erfolglos). Den Klassensaal suchte ich nur anfangs, denn irgendwann beschloss ich, den Plan meiner Mutter nicht zu verfolgen. Ich kam aber auch nicht mehr aus dem Gebäude raus. Es war zu groß, zu verwirrend.
Eine sehr eindrucksvolle Sequenz meines Traums spielte sich in einer in Orange gehaltenen, edlen Suite ab. Ich hatte zu dünne Kleidung an und wollte mir ein warmes Sofa suchen. Das fand ich dort. Leider auch Lars van der Lohe aus "Verliebt in Berlin". Der legte mir bündelweise Geldscheine auf den Glastisch und sagte mir sehr charmant, dass ich diese Scheine bekommen würde, wenn ich ihm eine Nacht mit mir schenke. Das lehnte ich natürlich mit starrem Blick auf das viele Geld ab, nicht aber seine stetigen Annäherungsversuche - vor allem aber deshalb, weil mir kalt war und weil ich mich so hilflos und alleine fühlte. Dieser Mann war groß, roch gut und war kuschelig. Ich fühlte mich geborgen. In Wirklichkeit finde ich diesen Typen ätzend. Im Traum war er eine der angenehmsten Persönlichkeiten, denen ich begegnete.
Später rannte ich nämlich wieder durch die Gänge und traf lauter Menschen aus meiner Vergangenheit wieder. Menschen, mit denen ich noch Rechnungen offen hatte. Mit denen ich noch etwas besprechen wollte. Die ich zu lange nicht mehr gesehen hatte. Eine Kollegin - ein echtes Karriereweib - wollte mich zum Koksen verführen. Auch das lehnte ich dankend ab.
Mein ehemaliger bester Freund betreute in einer Ecke geistig Kranke. Leider schoss jemand einen Fußball in diese Ecke und der eine Psychiatrie-Fall rastete daraufhin völlig aus und kam mit schlagenden, erhobenen Armen auf mich zu gestürmt. Er schrie und schrie und schrie, und irgendwann schrie auch ich, während ich versuchte zu fliehen, und dachte, dass eine Nacht mit Lars van der Lohe doch besser gewesen wäre, als hier vor diesem Irren zu flüchten, der mich umbringen will.


Wie gesagt, das sind nur Ausschnitte meines "ersten Schultages". Am Ende habe ich Lars van der Lohe noch einmal gesucht, ihn aber nicht mehr gefunden. Durch ein unglaublich riesiges Treppenhaus blickte ich nach unten, in eine schwindel erregende, aber sehr anziehende Tiefe. Mir war irgendwie klar, dass ich aufwache, wenn ich da runterspringe. Leider bin ich ein wahres Traumtalent und kann meine Träume, meistens gegen Ende, auch steuern. Daher bitte nicht als Suizidwunsch interpretieren.
Bin allerdings schon aufgewacht, als auf einmal der Irre wieder aus einem engen Korridor auf mich zustürmte und ich schreien wollte - aber nicht konnte.

Kurz und gut: Ich bin erschöpft. Ich fühle mich, als hätte ich all das wirklich erlebt. Viele Sequenzen des Traumes kann ich mir erklären, andere liegen im Dunkel.
Macht nix. Will auf diese Traum-Begabung nicht verzichten, auch wenn die Träume momentan sehr anstrengend und beängstigend sind. Katastrophen-Träume. Und hoffentlich nicht luzid.

Dienstag, 10. Januar 2006

Wellness-Knutschen

Ha! Jetzt hatte ich doch heute Nacht einen dieser Mittagsschlafträume... Ein Traum, in den ich so gerne zurück kriechen und ihn noch ein wenig beeinflussen würde.
Ein Traum, in dem Jetzt und Früher nahtlos miteinander verschmolzen. Mein Herz war mein Jetzt-Herz, meine Seele war es auch, meine Erfahrung erst Recht, aber mein Körper war ein wenig jünger, so um die 27, und leichter (was?? noch leichter??? nun, er fühlte sich so an...), irgendwie schwereloser... Ich war mal wieder in S., wie so oft in den Träumen der vergangenen Nächte, stromerte da herum, zwischen Schule und Elternhaus und den Plätzen meiner Jugend, da begegnete ich J.
Meine erste große Liebe. Bei der nix passierte. Aber auch gar nichts. Nicht ein einziger Kuss. Weil ich 14 war, mich ziemlich blöd benahm, eine rosa Brille trug und der Begriff "Hässliches Entlein" noch schmeichelhaft gewesen wäre. Und er, er war schon damals riesig, blond, süß, sportlich, stark, aber leider auch oberflächlich, rabaukig, unnahbar. Wir schauten uns nur an. Beleidigten uns. Nie ein ernstes Wort. Aber oh je, war ich verliebt...
Irgendwie sind unsere Familien immer noch miteinander verbunden. Mein und sein Papa waren beste Freunde.

Naja, und nun war ich also heute Nacht ;-) mit J. verabredet. Es war Sommer, obwohl der Boden gefroren war. Der Boden war eisig, die Luft warm. Ich trug ein schwarzes Tank Top, meine Lieblingsjeans und die schwarzen Flip Flops. Meine Haare nur lose zu einem Pferdeschwanz gebunden. Ich spürte sie lang auf meinem Rücken. Fühlte sich schön an.
Er nahm sofort meine Hand. Kein Schauer auf meinem Rücken. Aber angenehm. Ich wollte nicht loslassen. Wir saßen irgendwo draußen, er war nun zwei Meter groß, wie in der Jetzt-Zeit, ich konnte richtig auf ihm rumkrabbeln, er fühlte sich stark an und ich mich geborgen und aufgehoben. Bald küsste er mich. "Mann, hätten wir das nicht früher hinkriegen können?", grinste ich als Anspielung auf damals. Dabei war der Kuss gar nicht so toll. Aber eben angenehm. J. war warm und gemütlich, zum Anlehnen und Wohlfühlen. Vergessen. Das war Wellness-Knutschen, ohne Schuld, ohne Gedanken an Nachher, ohne Reue (und ohne Zunge). Es musste sogar sein. Endlich das nachholen, was damals nicht ging.
Dann einer meiner typischen Zeit- und Ortssprünge im Traum. Ich schloss die Wohnungstür auf und mir fiel siedendheiß ein, dass ich ja gar nicht solo bin. Oh Gott. Ich hab ja einen Freund. Und hab ihn soeben hintergangen. Shit!! Wenn auch ohne Sex, aber mit Wellness-Knutschen. Mann oh Mann.
In diesem Schreck wachte ich auf und die Wärme von J. verblasste. Puh. Glück gehabt. Nur ein Traum. Alles okay. Noch verschlafen erzähle ich meinem Mammutjäger den Traum. Ohne Details allerdings. Die verschwimmen sowieso immer mehr. Es bleibt nur noch ein Gefühl. Ein unbestimmtes Gefühl des Aufgehobenseins. Das nach und nach verblasst.
Hach ja... *seufz* Und jetzt bin ich zurück in der kalten grauen Winterwelt. Müde. Winterblass. Und mit dicken Socken an den Füßen.

Freitag, 6. Januar 2006

Sofalust

Jetzt ist es wieder da, das Mittagstief. Die Tierchen schlafen, mein Bäuchlein ist gesättigt, meine Lider werden schwer. Jetzt gibt es keinen besseren Platz als das Sofa; das Sofa mit dieser Wärme, die durch die Fußbodenheizung nach oben kriecht und sich an meinen Rücken schmiegt; mit der Katze, die sich spätestens nach zehn Minuten mit einem leisen, knarrenden Maunzer zu mir gesellt und sich auf meinen Füßen zu einem kleinen, felligen Paket Raubtier zusammen rollt; dazu das leise Tuckern der Rheinfrachter, die draußen vorbeiziehen und mich in den süßen Nachmittagsschlaf brummeln... Ein Schlaf, in dem Umarmungen schöner und intensiver als in der Wirklichkeit sind, in dem ich Menschen begegne, die ich mal vergeblich liebte und sie jetzt auf einmal auch mich lieben; ein Schlaf, in dem ich plötzlich im schwebenden Galopp durch ganze Steppen und Wüsten getragen werde und in dem ich mich in Tiere verwandeln kann, in dem ich fliegen und minutenlang unter Wasser bleiben kann, in dem ich selbst auf allen Vieren durch seichtes, klares, erfrischendes Flusswasser traben kann, alles rieche und sehe und höre, bis ich beschließe ein Fisch zu werden, um endlich ganz in dieses flüssige Blau mit den hellgrün in der sanften Strömung schlingernden Wasserpflanzen und dem safrangelben Sand am Grund zu tauchen und völlig schwerelos zu werden...
Es sind nur wenige Meter, es würde nur wenige Minuten dauern, und ich wäre weg, ich könnte es sogar, weil ich meine Arbeit auf den Abend verschieben dürfte, da freiberuflich, was zählt, ist nur das Ergebnis.... Aber es ist manchmal so schmerzhaft, wieder aufzuwachen, einen Menschenkörper zu haben, auf zwei Füßen stehen zu müssen, die Erdanziehungskraft zu spüren.
Wenn ich nur nachts so schön träumen könnte wie nachmittags.

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