Ich glotz TV

Dienstag, 18. April 2006

William Wallace für Zuhause

Inspiriert von Braveheart und langhaarigen, wilden Kerlen, die nacktbeinig über das schottische Hochmoor reiten, modelte ich Mammutjäger, während er an seinem Computer arbeitete, frisurtechnisch spontan zu William Wallace um.
Ich finde, es steht ihm gut.
Nun muss ich ihn nur noch überreden, einen Schottenrock zu tragen und mir überlegen, wie ich mich möglichst schnell in Sophie Marceau verwandele.
Letzteres dürfte der weitaus schwierigere Teil werden...
Braveheart

Donnerstag, 13. April 2006

Tokio Hotel

Irgendwie bin ich gestern Abend in diese ziemlich flache Stern-TV-Backstage-Reportage über Tokio Hotel auf RTL reingerutscht und nicht mehr rausgekommen, bis sie zu Ende war. Obwohl sie uns wirklich nichts Neues brachte. Kreischende Mädchen und dünne Jungs in viel zu großen, schlecht sitzenden Hosen.

Bemerkenswert fand ich allerdings die eine Aussage von Tom, als er nach seinen Schlafgewohnheiten gefragt wurde.
"Manchmal bin ich total müde, aber meine Seele geht nicht schlafen. Es dreht sich alles weiter."
Ich weiß genau, was du meinst.
"Meine Seele geht nicht schlafen." Wow. Macht einen Songtext draus. So lange es noch möglich ist.

Freitag, 17. März 2006

Sonnenlischt

Grup Tekkan. Schon gehört? Schon gesehen? Die drei türkischen Jungs aus Germersche (für Nicht-Pfälzer: Germersheim), die kein ch aussprechen können. Spiegel-online hat sich herrlich ironisch über ihren skurrilen Erfolgskurs ausgelassen, und ich hab das Video eben tatsächlich bis zum Schluss durchgehalten, zwar mit erheblichen Mühen und schmerzenden Ohren, aber ich blieb tapfer.
Ich finde sie auch irgendwie herzerfrischend, die drei Buben ohne ch. Das Video sogar ganz nett gedreht (ja, so schön kann die Pfalz sein), wenn man bedenkt, dass die Ausstattung vom Jugendzentrum kommt. Der Text ist beste Gossen-Respekt!-Poesie, aber sehr niedlich vorgetragen. Man glaubt ihnen das sogar ein bisschen.
Ist doch allemal besser als nur abzuhängen und die Zeit totzuschlagen (und Germersheim verleitet einen dazu... oh ja...). Die drei haben etwas auf die Beine gestellt. Sie waren kreativ, wie auch immer das Ergebnis sein mag. Wenn ich ihre Lehrerin wäre - ich wär mächtig stolz auf sie.
Sie singen schräg und haben erhebliche Artikulationsprobleme, aber das ist ausbaufähig. Der kometenhafte Aufstieg auf der Basis allgemeiner Belustigung in Kombination mit geldgeilen Plattenbossen allerdings wird ihre kindliche Sonnenlischt-Seele wahrscheinlich bald in großkotzige Starallüren verwandeln. Schade eigentlich.

P.S. Auf www.spiegel.de gibts nen Link zum Video. Menschen mit absolutem Gehör seien allerdings gewarnt...

Mittwoch, 15. März 2006

Six feet under

Falsche Versprechungen macht Vox schon seit Beginn der Ausstrahlung von "Six feet Under". Mit viel schwarzem Humor werden die Zuschauer gelockt, und dazu werden Szenen gezeigt, die das Format völlig verzerren. Von Comedy kann schon mal gar nicht die Rede sein, aber Vox verkauft es so.
Wer sich durch diese Werbung zum Gucken verleiten lässt, ist zwangsweise enttäuscht.
Six Feet Under ist kein Comedy-Format. Auch keine Parodie oder Satire. Six Feet Under ist so komisch, skurril, traurig, dramatisch, wie das Leben eben ist. Nicht mehr und nicht weniger. Deshalb liebe ich diese Serie. Sie ist ehrlich. Keine andere Serie zeigt eine Homo-Beziehung so realistisch wie Six Feet Under. Keine andere hat je eine Abtreibung so offen und ohne irgendwelche schlussendliche Erlösung, ohne falsche Dramatik, ohne glückliches Ende über den Bildschirm geschickt - fast quälend. Claire geht in die Klinik, legt sich zu den anderen wartenden Frauen in den fast maschinellen Behandlungsraum, lässt den Abbruch im Beruhigungsmittelrausch über sich ergehen. Der Zuschauer wartet vergeblich darauf, dass sie im letzten Moment aufspringt und sich in plötzlicher Euphorie doch noch dazu entscheidet, das Kind zu behalten. Nein. Claire lässt abtreiben. Und es wird nicht ansatzweise bewertet. Es ist einfach da.
Das hat mehr Wirkung als jede andere Inszenierung dieses Themas. Six Feet Under macht mich manchmal stumm. Es gab Folgen, die geradezu erdrückend wirkten in ihrer Schonungslosigkeit - und keine einzige Szene war zum Lachen. Andere sprühen nur so von jener Ironie, die das Leben so an sich hat.
Eben weil der Tod immer mitspielt, ist Six Feet Under eine sehr lebendige und lebensnahe Serie. Und vielleicht hätte sie einige tausend Zuschauer mehr, wenn Vox auf diese dämliche "Hier gibts was zu lachen"-Werbung verzichten würde.

Freitag, 10. März 2006

Lecker Kerle

"Men's Touch" bei QVC (ich gebe zu, ich entwickle ein leichtes Suchtverhalten - - aus rein journalistischem Interesse natürlich... ;-) ), sprich: Microfaser-Männerunterwäsche in 100 Prozent Synthetik. Nur sporadisch gereinigte Pipimänner fangen also rasch an zu müffeln, aber immerhin muss die Unterwäsche nicht gebügelt werden. Vor allem aber: Dehnbar und bis zu Größe 3XL vorrätig.
Frau Buschmann ist am Telefon. Während das männliche Modell einen Alptraum von Schlafanzug mit himmelschreiendem Schwarz-Weiß-Geometrie-Muster und schlecht sitzenden Shorts vorführt, schwärmt sie auf die Frage hin, wie ihr denn Men's Touch gefiele: "So sexy habe ich meinen Mann vorher noch nie gesehen."
Ich möchte mir nicht ausmalen, in welchem Nachtgewand Frau Buschmanns Gatte sich vor QVC ins gemeinsame Schlafgemach begeben hat.
Manchmal gerät auch meine Vorstellungskraft an ihre (Schmerz-)Grenzen.

Montag, 13. Februar 2006

Der Bote starb!

Zur Zeit hab sogar ich den Fernseher laufen, wenn die Winterspiele übertragen werden. Mich interessieren weniger die Ergebnisse. Sondern eher die kleinen menschlichen Dramen und Katastrophen, die der Sport ja gerne zum Vorschein bringt. Bin also diesbezüglich eine echte Voyeuristin.
Was mir schon bei der Tour de France aufgefallen ist: Diese Sportler sind keine Helden, sondern Weicheier. Der eine hat Magenbeschwerden, der andere Durchfall, der dritte einen Kapselriss im Knie, der vierte eine Schulterzerrung, der fünfte Schnupfen, der sechste einen grippalen Effekt - das sind keine Mannschaften, das ist ein Lazarett.
Und da soll mir einer sagen, Sport sei gesund.
Sportliche Großereignisse zeigen immer wieder, dass Leistungssportler wie rohe Eier sind. Extrem empfindlich. Das ist nicht gerade cool und heldenhaft. Manche vermeiden sogar jeglichen Körperkontakt, um sich nicht anzustecken. Leistungssport schwächt, das ist inzwischen wissenschaftlich erweisen, dauerhaft das Immunsystem.
Es ist eben ALLES eine Frage des richtigen Maßes.

Aber diesbezüglich sind Menschen wirklich ein bisschen blöde. Das zeigt schon das Beispiel Marathon.
Mangels Pferd muss der arme griechische Bote die ganze scheißlange Strecke zu Fuß rennen, kommt an und stirbt.
Und die Menschen haben nix Besseres zu tun, als das in Massen nachzumachen.
Ist niemand aufgefallen, dass der arme Mensch gestorben ist an seinen atemlosen 42 Kilometern? Nein, hat wohl niemand bemerkt, die Marathon-Hobbyläufer kotzen sich immer noch begeistert ins Ziel und können anschließend drei Tage keinen Schritt mehr gehen, ohne vor Schmerzen aufzujaulen. Und meinen, sie hätten ihre Grenzen überschritten und sich etwas bewiesen. Sie haben sich höchstens bewiesen, dass unsere degenerierten Füße nicht für 42 Kilometer Asphalt geschaffen sind und der Magen es gar nicht mag, wenn er drei bis vier Stunden lang nicht durchblutet wird.
Ja, wo laufen sie denn hin?
Stehen bleiben und innehalten ist weitaus schwieriger. Aber bringt meistens mehr Erkenntnis.

P.S. Bevor passionierte Hobbyläufer sich wutschnaubend auf mich stürzen: Ich laufe auch liebend gerne und werde es im Frühjahr wieder anfangen. Aber eben keine 42 Kilometer. Das ist einfach keine nette Strecke für einen menschlichen Körper.

Donnerstag, 2. Februar 2006

Klum(p)-Hirn

BILD macht sich neuerdings zum Sprachrohr der Magersüchtigen und Essgestörten und hat einen Sündenbock gefunden, von dessen Schlagzeilen sie jahrelang Quote machte: Heidi Klum. Ihre neue Show auf Pro Sieben verführe Mädchen zum Hungern, wirft BILD ihr vor.
Nein, liebe Bild, soooo einfach ist das nicht. Es ist nicht alleine Heidi Klum, es ist der gesamte Schönheits-Schlank-Wahn, und diese Show ist lediglich eine natürliche Folge davon.
Besonders herzerfrischend finde ich es, wie nun einige Politiker die Absetzung fordern, weil das Format die inneren Werte eines Menschen außer acht lasse. Ja, hallo!? Das ist eine MODEL-Show. Und wie der Name es schon sagt, geht es da nicht um innere Werte. Manche Kandidatinnen sind dumm wie Brot (sorry, aber es ist so) und mit zarten 16 fertig wie 30. Sie wollen nicht wegen inneren Werten ins Fernsehen. Sondern wegen äußeren. Gewicht, Busen, Beine, Po und das korrekte Ziehen des Mundes vor der Kamera, wie Klum gestern eindrucksvoll demonstrierte (ich wusste doch, mir fehlte noch etwas zu meiner Allgemeinbildung: das korrekte Schürzen der Lippen bei 8 Grad im New Yorker Winter, wenn ich Victoria's Secret-Unterwäsche trage).
Ich finde die Show amüsant, nicht mehr und nicht weniger. Amüsant vor allem dessen, weil die Macher krampfhaft versuchen, jede Folge etwas Neues zu erfinden, was Topmodels angeblich "abkönnen" müssen (außer die Lippen richtig zu schürzen). Was für ein Bullshit. Niemals wird ein echtes Topmodel bei 8 Grad nur mit einer Fleecedecke im Wind ausharren müssen, bis es endlich geknipst wird. Wenn ein echtes Topmodel solche Aufnahmen macht, dann steht ein mollig warmer Wohnwagen bereit, denn wer will schon, dass das Goldeselchen am nächsten Tag krank ist? Ein echtes Topmodel bekommt auch nicht ein paar Dollar in die Hand gedrückt und muss sich innerhalb von 20 Minuten ein Outfit kaufen, um danach Noten dafür zu bekommen. Und erst recht nicht muss es sich vor der Show selbst schminken.
Es muss einfach belastbar und schön sein und glaubwürdig stolzieren können. Aber daraus lässt sich keine Show machen. Und das gewisse Etwas lässt sich erst Recht nicht in wenigen Wochen antrainieren.
Also: Nicht ernst nehmen, amüsieren. Wenn überhaupt.

Übrigens: mein persönlicher Favorit: Jennifer. Ist erst 16, hat aber eine Ausstrahlung wie eine frustrierte 40-Jährige, und wenn sie den Mund aufmacht, würde ich als Mann Erektionsstörungen bekommen. *grusel* Lange Beine, aber der Rest ist so tumb und schwerfällig, dass es schon wieder komisch ist.

Update 1: Sorry für Wortwiederholungen und schwache Grammatik. Bin krank... *jammer*

Dienstag, 24. Januar 2006

Maischberger!?!

Gucke gerade Menschen bei Maischberger. War anfangs sehr lustig, weil sie bei der Anmoderation so schön mit einem Maiskoblen hantiert hat, der dann doch zu sehr an einen Maispenis erinnerte (oder ist das wieder meine spätpubertäre Mädchenfantasie...?).
Wie auch immer - ich finde, sie fragt nicht gut. Es geht um Ernährung, und ständig will sie von den Gästen wissen, ob sie ab und zu zu MacDonalds gehen. Als ob das dann der Skandal schlechthin wäre. Ich habe das Gefühl, sie hört nicht richtig zu.

Ich handhabe das mit der gesunden Ernährung so: Ich versuche das zu essen, was mir gut tut. Manchmal ist das der Crispy Chicken nachts um halb eins, weil das gesünder ist, als gar nix zu essen nach einem langen Abend oder sich noch zu Hause irgendwas zu brutzeln. Es ist für mich gesünder, weil ich dann wieder Energie habe, weil ich mit leerem Magen nicht schlafen kann (!), weil mir wieder warm wird und meine Laune ansteigt.
Sauerkraut soll supergesund sein, aber mein Bauch mag es nicht, er beschwert sich massiv - wieso also ist das dann gesund? Nur wegen des Vitamins C da drin? Das ist doch Bullshit. Man sagt allgemein, dass jeden Tag ein Apfel gesund hält. Mein Mammutjäger kriegt Bläschen auf der Zunge und muss husten.
Und ich, Verzeihung, brauche ab und zu ein dickes Rindersteak mit Pommes, um gesund zu bleiben.
Die Maischberger versteht das irgendwie nicht. Sie sucht immer noch nach ihrem Skandal.
Warum nur darf ich nicht diese Sendung moderieren?

P.S. Ich hab auch kein Mitleid mit Menschen, die für ihr Schnitzel weniger ausgeben als für Hundefutter und sich dann über Gammelfleisch ärgern. Ich sage nicht, dass das Gammelfleisch gerechtfertigt ist oder dass der Verbraucher Schuld ist! Nein, es ist schon eine Schweinerei. Aber guckt euch das Hühnerfilet doch mal an. Es schwimmt im eigenen Wasser, ist viel zu blass - das ist ein Huhn gewesen, das nie die Chance hatte, zu laufen, zu picken, zu gackern, zu kuscheln. Das kann kein gutes Fleisch sein.
Die Indianer hatten Rituale, sich bei den Tieren, die sie jagten, zu bedanken. Indem sie ALLES verwendeten und allem einen Sinn verliehen. Irgendwann schlägt die Natur eben zurück - in welcher Form auch immer. Salmonellen, Vogelgrippe, Gammelfleisch. Das haben wir gemacht.

Beängstigend

"Puppenstube" auf HSE. Eine sehr blonde, sehr fröhliche Fraue sitzt zwischen lauter Babypuppen und redet von ihnen, als seien sie lebendig.
"Gucken Sie, wie die kleine Rita sich gerne mal zusammen rollt und einkuschelt, aber ein Auge riskiert sie immer..."
"Schauen Sie, dieser tiefe sanfte Blick von Baby Benny, seine dunklen schimmernden Augen, die Sie so neugierig angucken. Er trägt einen Strampelanzug aus sahnefarbenem Nicki und hat seine Kuschelschnuckelschmusedecke dabei - 119,95, das ist unser Preis für Baby Benny."
"Unsere Clarissa, die kleine Elfe, ist bald nur noch 80 Mal bei uns vorhanden; dieses verfressene kleine Elfenkind mit den süßen Pausbäckchen..."
"Micky, schauen Sie sich diese kleinen Händchen an, alles ganz weich, alles gibt ganz nach, und jetzt sehen Sie sich dieses Gesicht an mit den kleinen Fältchen der Neugeborenen, und der Sabber am Mündchen, diesen Schmolllippen von dem Schokoladenmauserl hier..." (Anmerkung: Micky sieht aus wie ein verformter alter Chinese)
Um Himmels willen, wer kauft das? Hier wird tatsächlich suggeriert, dass diese kitschigen Scheußlichkeiten irgendwie doch leben? Obgleich man Sie teilfinanzieren kann?
Und, was ich besonders beängstigend finde - sollen hier etwa jene Frauen angelockt werden, denen es nicht vergönnt war, Kinder zu bekommen? Und deren Sehnsucht sie dazu treibt, hier Unmengen von Geld aus dem Fenster zu schmeißen?
Puppe1
P.S. Baby Alex aus Bisquitporzellan gibts nur noch 20 Mal! Zugreifen!

Montag, 23. Januar 2006

Der - er; Die - sie

Liebe Fernsehjournalisten,

warum??? Warum präsentiert ihr diese Vergewaltigungen der deutschen Sprache mit einem Stolz und vor allem immer und immer wieder, als ob sie der Garant für den Pulitzer-Preis wären?

"Die Eiseskälte in Russland - sie hat nun auch den Aktienmarkt..."
"Der Atomstreit um den Iran - er beschäftigt die Weltpolitik..."
"Die Vogelgrippe - sie macht den Reiseveranstaltern immer mehr zu schaffen..."

Pfui! Nein! Das ist nicht schön! Und es hat auch keinen Sinn! Einen rhetorischen schon gar nicht! Es schwächt sogar!

Warum nicht einfach und klar?
"Die Eiseskälte hat nun auch den Aktienmarkt..."
"Der Atomstreit um den Iran beschäftigt..."
Es ist so leicht! Und es klingt so viel besser!
Und vor allem: Es ist ein Satz.

P.S. Da muss mich was schon sehr stören, um mich zu so vielen Ausrufezeichen - im Printbereich äußerst verpönt - zu bewegen...

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