Sonntag, 25. Dezember 2005

Der Sklavenmeister oder:

Weihnachtslektüre der etwas anderen Art...
Hab mich eben minuntenlang durch twoday gewühlt, um wieder jenen Blog zu finden, der mir gestern eine Weihnachtslektüre der etwas anderen Art bescherte. Wollte ihn meinen geneigten Lesern verlinken, allerdings mit Warnung. Aber nun finde ich den Blog nicht mehr. Habe ich das nur geträumt? Ich wünsche mir ein klein wenig bisschen, es wäre so.
Blogs ermöglichen einem Einblicke, die man manchmal eigentlich gar nicht wirklich haben möchte. Zum Beispiel den in das Leben eines Masters. Von wegen die Sklaverei ist abgeschafft... Sie blüht geradezu. Natürlich wusste ich, dass es eine sehr lebendige SM-Szene gibt. Natürlich wusste ich, dass gerade die Schwulen oft ein segensreiches Talent haben, ihre sexuellen Neigungen ohne Tabus und schlechtes Gewissen auszuleben. Natürlich wusste ich, dass mein kleines Leben nur ein bescheidenes Teilchen eines großen, wundersamen, abenteuerlichen, mitunter absurden Makrokosmos ist, in dem es viele Dinge gibt, die man kaum glauben mag.
Kurz und gut: Ich halte mich für abgeklärt.

Und trotzdem... Ich nehme mir fürs nächste Jahr Dinge vor wie mehr Sport zu machen und mich gesünder zu ernähren oder weniger Stress zu haben. Master "Frodo" (so heißt er nicht, aber eben so ähnlich, und irgendwie muss ich ihn ja nennen, auch wenn ich mich nicht mehr erinnern kann) hingegen nimmt sich für die Zukunft vor, seinen Sklaven mit Wachs und Öl zu bearbeiten und an dessen Analdehnung zu arbeiten. Autsch, denkt da der Normalbürger (für den ich mich zwar nicht halte, aber auch ich denke "autsch"!).
Doch Sklave Rene, der schon mit 20 sterben wollte und versuchte, dies mittels Heroin zu erreichen (was aber nicht klappte, denn sein Sklavenkörper ist zäh, wie er sagt), freut sich darauf. Fühlt sich geborgen bei seinem Meister. Will alles für ihn tun. Sich bedingungslos unterwerfen. Sein Meister war sein Lebensziel. Jetzt hat er es erreicht. Für ihn trägt er auch den ganzen Tag nur Haut und Ketten.
Jeder Psychoanalytiker würde die Hände über seinem vergeistigten Kopf zusammen schlagen und eifrig in der Kindheit wühlen. Er würde sicher auch eine Menge Katastrophen finden. Sklave Rene sagt selbst, von seinen streng katholischen Lehrern sexuell genötigt und missbraucht worden zu sein.
Aber was er schreibt, klingt auch... ehrlich. Das war es, was mich so durcheinander machte. Er klingt glücklich.
Man glaubt ihm jedes Wort. Darf das denn sein? Oder muss es sogar sein? Toleranz ist hin und wieder eine sehr anstrengende Sache...

Dennoch hätte ich lieber ganz normal wie jedes Jahr die Weihnachtsgeschichte gehört oder gelesen.
Mit dem kleinen Jesuskind, Maria, dem Josef und drei ganz normalen heterosexuellen heiligen Königen, die mit ihren Königinnen nur Blümchensex machen.
Nein, ich verurteile niemand und nichts. Aber es war so... so fremd. So abgrundtief fremd. Ein Schlüssellochblick, den man nicht so schnell vergisst.

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Zuletzt aktualisiert: 15. Jul, 02:08

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