Ich bin Schuld...
... daran, dass ab morgen das Wetter schlecht wird.
Ich hab gestern Abend gleich drei Mal meinen Teller nicht leer gegessen. Bitte schimpft nicht mit mir. Es ging einfach nicht! Es war eines dieser Restaurants, das noch in der Nachkriegs-Wirtschaftswunder-Mentalität hängen geblieben ist.
Merwowinger Hof nennt sich dieses einstige Weinlokal und macht einen recht gediegenen Eindruck. Das Wort "schmuck" trifft das Ambiente am ehesten.
Doch die Speisen sind geradezu ein Attentat. Als "kleine Vorspeise" servierte man uns nicht einen Salatteller, sondern pro Person einen ganzen, grob zerrupften Salatkopf, dessen einzelne Teile mit dem Messer geschnitten werden mussten, weil eine Gabel mit ihnen völlig überfordert gewesen wäre - und ein durchschnittlicher Menschenmund sowieso. Diesen Salat zierten Zwiebelringe von dem Durchmesser einer Pampelmuse und zirka vier Handvoll gebratener Pfifferlinge.
Der mangelnde Einfallsreichtum der Küche zeigte sich spätestens beim Studieren der Karte: Zu allen Hauptgerichten gab es standardmäßig wieder Salat, und wir alle waren doch schon übereingekommen, dass wir nach diesem "Vorspeischen" Vitamine für mindestens eine Woche gesammelt hatten. Ansonsten dominierte das klassische Männergericht: Schweinesteak und Rindersteak, mal mit Pfifferlingen (ach!), mal überbacken mit Käse (oh weh), dazu Ofenkartoffel (eher eine Waffe als eine Kartoffel), oder eben Bratkartoffeln, gerne auch Kartoffelpüree (hui!). Wer kein Steak wollte, hatte noch die Wahl zwischen Schweine- und Kalbsleber. Natürlich mit Zwiebelringen.
Das einzig für mich akzeptable Gericht war das Hähnchencurry, das mir in einer tischbreiten Schale mit einer Winzigkeit von Basmatireis serviert wurde. Uff. Ich kapitulierte nach zehn Minuten, dieses Huhn würde nicht meins werden. So sehr ich mich auch anstrengte - das war zu viel Huhn für ein Curry.
Beim Dessert war ich schon vorsichtig. Vanilleeis mit roter Grütze, das klang harmlos. Sicherheishalber fragte ich dennoch nach dem Umfang. "Och, das sind lediglich zwei kleine Kugeln." Ich hatte es nur angeblickt, da war ich schon satt. Zwei gigantische Trümmer Vanilleeis und eine üppig gefüllte Sauciere mit heißer roter Grütze, deren Süße mir den Gaumen zusammenzog. Dazu ein Berg Sahne und Waffelröllchen, deren Fett einen unangenehmen Film auf meinen Fingern und Lippen hinterließ.
Fazit: Drei Mal nicht leer gegessen - schlechtes Wetter für mindestens eine Woche. Und dazu der Entschluss, diesen Merowinger Hof fortan zu meiden. Das ist nix für mein zartes 52-Kilo-Bäuchlein. Und abgesehen davon macht es mir keine Freude, wenn ich schon optisch von den Portionen erschlagen werde.
Dann doch lieber klein, aber fein, und dazu eine reelle Chance, dass ich wenigstens einen Gang vollständig aufesse.
So muss sich auch niemand über schlechtes Wetter beschweren.
Ich hab gestern Abend gleich drei Mal meinen Teller nicht leer gegessen. Bitte schimpft nicht mit mir. Es ging einfach nicht! Es war eines dieser Restaurants, das noch in der Nachkriegs-Wirtschaftswunder-Mentalität hängen geblieben ist.
Merwowinger Hof nennt sich dieses einstige Weinlokal und macht einen recht gediegenen Eindruck. Das Wort "schmuck" trifft das Ambiente am ehesten.
Doch die Speisen sind geradezu ein Attentat. Als "kleine Vorspeise" servierte man uns nicht einen Salatteller, sondern pro Person einen ganzen, grob zerrupften Salatkopf, dessen einzelne Teile mit dem Messer geschnitten werden mussten, weil eine Gabel mit ihnen völlig überfordert gewesen wäre - und ein durchschnittlicher Menschenmund sowieso. Diesen Salat zierten Zwiebelringe von dem Durchmesser einer Pampelmuse und zirka vier Handvoll gebratener Pfifferlinge.
Der mangelnde Einfallsreichtum der Küche zeigte sich spätestens beim Studieren der Karte: Zu allen Hauptgerichten gab es standardmäßig wieder Salat, und wir alle waren doch schon übereingekommen, dass wir nach diesem "Vorspeischen" Vitamine für mindestens eine Woche gesammelt hatten. Ansonsten dominierte das klassische Männergericht: Schweinesteak und Rindersteak, mal mit Pfifferlingen (ach!), mal überbacken mit Käse (oh weh), dazu Ofenkartoffel (eher eine Waffe als eine Kartoffel), oder eben Bratkartoffeln, gerne auch Kartoffelpüree (hui!). Wer kein Steak wollte, hatte noch die Wahl zwischen Schweine- und Kalbsleber. Natürlich mit Zwiebelringen.
Das einzig für mich akzeptable Gericht war das Hähnchencurry, das mir in einer tischbreiten Schale mit einer Winzigkeit von Basmatireis serviert wurde. Uff. Ich kapitulierte nach zehn Minuten, dieses Huhn würde nicht meins werden. So sehr ich mich auch anstrengte - das war zu viel Huhn für ein Curry.
Beim Dessert war ich schon vorsichtig. Vanilleeis mit roter Grütze, das klang harmlos. Sicherheishalber fragte ich dennoch nach dem Umfang. "Och, das sind lediglich zwei kleine Kugeln." Ich hatte es nur angeblickt, da war ich schon satt. Zwei gigantische Trümmer Vanilleeis und eine üppig gefüllte Sauciere mit heißer roter Grütze, deren Süße mir den Gaumen zusammenzog. Dazu ein Berg Sahne und Waffelröllchen, deren Fett einen unangenehmen Film auf meinen Fingern und Lippen hinterließ.
Fazit: Drei Mal nicht leer gegessen - schlechtes Wetter für mindestens eine Woche. Und dazu der Entschluss, diesen Merowinger Hof fortan zu meiden. Das ist nix für mein zartes 52-Kilo-Bäuchlein. Und abgesehen davon macht es mir keine Freude, wenn ich schon optisch von den Portionen erschlagen werde.
Dann doch lieber klein, aber fein, und dazu eine reelle Chance, dass ich wenigstens einen Gang vollständig aufesse.
So muss sich auch niemand über schlechtes Wetter beschweren.
mondsüchtig - 31. Jul, 18:37